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Bitcoin & Krypto-Krise: FTX Chef Bankman-Fried ruft Branche zu Hilfsaktionen auf

Der Kryptomarkt wird aktuell von Projekten in Schieflage und Insolvenzen in den Negativtrend gedrückt. Der Chef der Kryptobörse FTX, Sam Bankmanager-Fried, sieht die Branche in der Verantwortung, mit Hilfsaktionen zu reagieren.

Unter Anlegern in Bitcoin (BTC) und Co. verbreitet sich Angst: Spätestens seit dem Zusammenbruch des Terra Ökosystems in der zweiten Maiwoche häufen sich Hiobsbotschaften wie von der DeFi Plattform Celsius oder dem Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC), die am Rande der Zahlungsunfähigkeit zu stehen scheinen. Die Preiskurven von Bitcoin, Ethereum (ETH) und anderen wichtigen Altcoins sind auf Niveaus vom Jahreswechsel 2020/21 zurückgefallen. In dieser Situation macht sich Sam Bankman-Fried, CEO der Kryptobörse FTX, dafür stark, angeschlagene Projekte finanziell zu stützen. Er fühle die Verantwortung, darüber nachzudenken, wie ein Eingreifen der Kryptobranche „Ansteckung eindämmen“ könnte, sagte Bankman-Fried im Gespräch mit dem US-Radio.

Ergänzend erklärte der 30-jährige Milliardär, es gehe bei seinen Plänen gar nicht darum, ob man selbst an jüngsten Pleiten und Fehlschlägen beteiligt oder verantwortlich war. Er argumentiert pro Hilfsaktionen, um die Kryptomärkten insgesamt wieder auf einen „gesunden“ Weg zurückzuführen. Bankman-Fried bekennt sich zum „Effektiven Altruismus“ und will auch anderswo gesellschaftliche Verbesserungen durch effektive Spenden erreichen.

BlockFi bekommt 250 Millionen US-Dollar Kredit von FTX

Nach dem Interview mit NPR wurde bekannt, dass seine Kryptobörse FTX der angeschlagenen Plattform BlockFi mit einer Kreditlinie von 250 Millionen US-Dollar unter die Arme greift. BlockFi CEO Zar Prince war auf Twitter die Erleichterung über die finanzielle Nothilfe anzumerken. Bankman-Fried wiederum zeigte sich per Tweet sicher, dass BlockFi nun aus einer starken Position durch den schwierigen Markt steuern könne. Vor gut einer Woche hatte BlockFi schon den Abbau von 20 Prozent der Arbeitsplätze als Reaktion auf das Marktumfeld angesagt.

Bankman-Fried wurde in diesen Tagen auch zu anderen Fragen grundsätzlich. Er sieht die US-Notenbank als einen der Auslöser für die Kurseinbrüche bei den Kryptowährungen. Die Fed hatte zuletzt den US-Leitzins um 0,75 Prozent erhöht und damit so stark wie nie sei 1994. Wenn die Finanzpolitik die Zügel anzieht, so Bankman-Fried, verkaufen Investoren die Anlagen, welche mit größeren Risiken behaftet sind. Beim Drama um den Hedgefonds 3AC wünschte sich Bankman-Fried in der Twitter-Diskussion für die Zukunft Regulierung und/oder transparentes DeFi als Maßnahme, um Wiederholung zu verhindern. FTX zählt zu den fünf größten Kryptobörsen weltweit und Bankman-Fried ist schon früher als meinungsstark aufgefallen.

Fazit: Kryptoindustrie in der Selbstverantwortung?

Prominente Stimmen wie Bankman-Fried stehen generell in einem inneren Konflikt: Auf der einen Seite will man staatliche Einflüsse und Regulierung auf die Kryptoindustrie mit Augenmaß, auf der anderen Seite agiert man aber auch keineswegs mehr in einem von Weltwirtschaft und -politik abgetrennten Raum. Der Aufruf zur Selbstverantwortung könnte einen Weg weisen, der zu neuer Balance führte. Erinnert sei etwa auch an den 600 Millionen US-Dollar schweren Hack bei Axie Infinity (AXS) und der Sidechain Ronin, wo ein Konsortium um die weltgrößte Kryptobörse Binance im April Millionen bereitstellte, um Opfer vollständig zu entschädigen. Auch hier waren Ansteckungsgefahren für verbundene Projekte identifiziert worden und im Bestfall werden sich eingesetzte Hilfsgelder mittelfristig für Binance rentieren. Für den Moment bleibt abzuwarten, ob der Aufruf von Bankman-Fried Unterstützung in der Kryptoindustrie findet und konzertierte Aktionen ermöglicht. Einen 40 Milliarden US-Dollar schweren Crash wie bei Terra (LUNA) und UST hätten aber selbst die profitablen Kryptobörsen nicht ausgleichen können.

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